USCHI BRACKER
MALEREI UND GRAFIK

19. bis 25. Juli 2020



Besuch im Naturkundemuseum Bielefeld

Mit Kolleginnen aus meiner Bielefelder Künstlerinnengruppe besuchte ich die Ausstellung „Deadline - nah dran am Verschwinden“ im Naturkundemuseum Bielefeld.

Die beiden dort ausstellenden Künstlerinnen hatten sich mit den Themen Artensterben, Waldsterben, Zeitungssterben, den Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft und dem Vergehen des Lebens auseinandergesetzt. Mir am deutlichsten in Erinnerung geblieben sind kleine vertrocknete keimende Kartoffeln, die auf Sockel gesetzt wirkten wie mumifizierte menschliche oder menschenähnliche Wesen. Das Vergehen oder Verschwinden wurde mir sehr anschaulich bewusst.
 

In der Natur in meiner Nähe kann ich das allmähliche Umdenken der Landwirte und ansässigen Gärtnereien bemerken, wenn ich genau hinsehe. Immer mehr Insektenwiesen und Blühstreifen neben Getreidefeldern entstehen und wecken die Hoffnung auf Erkenntnis, was für unser Leben wirklich wichtig ist. Wie wir allerdings mit dem weltweiten Bevölkerungswachstum, dem damit verbundenen Nahrungs- und Wohnungsbedarf unsere bedrohte Natur erhalten können, bleibt für mich eine der großen ungelösten Fragen. Gleichberechtigte Menschen, Investitionen in Bildung, Reformen bei den Religionen, die Empfängnisverhütung immer noch ablehnen und last but not least, Gewaltlosigkeit könnten dazu beitragen, unsere Welt zu retten. Gier, Geltungssucht und Machtmissbrauch heißen einige unserer Gegenspieler.

Inhaltsverzeichnis Kolumne