USCHI BRACKER
MALEREI UND GRAFIK

5. bis 11. Juli 2020



Landschaftsmalerei und Ausflüge in OWL

Mein Fernweh regt an, mich malerisch mit dem Thema Landschaft auseinanderzusetzen. Immer mal wieder, meist im Sommer, packt mich die Lust, mir mein Urlaubsgefühl nach Hause zu holen. Nach zwei oder drei vergeblichen Versuchen gewinnt die Portraitmalerei wieder Oberhand in meinem Atelier, und die Landschaften verschwinden im Keller. Diesmal sind die Versuche vom vergangenen Jahr vorteilhaft, die Leinwände kann ich für meine aktuellen Experimente wiederverwenden, fixieren und übermalen. Als Motiv habe ich mir eigene Strandfotos ausgesucht, diesmal sollen Meer und Himmel Hauptrollen spielen, die Felsen vom vergangenen Jahr konnten meine Kritikerin nicht überzeugen. Im Netz habe ich Landschaften von meinem deutschen Lieblingsmaler gefunden, die mir gefallen. Das Buch ist in der Paderborner Stadtbibliothek verfügbar. Die war wegen Renovierungsarbeiten für mehrere Monate geschlossen. Ich freue mich auf meinen ersten Besuch dort nach langer Zeit. Die Bibliothek ist immer gut für einen fruchtbaren Künstlertreff, um den kreativen Brunnen wieder aufzufüllen. Mit MuNaske ist es zwar etwas anstrengend, die Stufen zu überwinden, ich schwitze und bin froh, dass ich draußen meine Maske wieder abnehmen kann. Aber das ausgeliehene Buch befindet sich in meiner Tasche. Anhand der abgedruckten Bilder und der gut verständlichen Texte verschaffe ich mir einen Überblick, worum es dem Künstler in seinen Landschaften ging. Ich mache mich ans Werk und trickse meine Kritikerin aus, indem ich während der Trocknungsphasen der Ölfarbe Kinderbilder auf „ich war mal eine Tüte“ male. Bin gespannt, ob meine Landschaften 2020 Bestand haben werden oder auch wieder im Keller landen.

Ein zweiter Ausflug mit Kontakt zu Menschen aus einem weiteren Haushalt führt mich nach Bielefeld in die Stapenhorst Ausstellung und zum anschließenden Kaffeetrinken mit einer Freundin. Es ist sehr wohltuend, sich mit einem leibhaftigen Gegenüber austauschen zu können. Die digitale Kommunikationsmöglichkeit ist wertvoll für die tägliche Arbeit, aber nicht mehr als Krücke im persönlichen Miteinander.

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